Raumwindkreuz



Sicherheit
Für eine sichere Kursänderung nach Lee muss klar sein, das immer erst mit den Schoten gearbeitet wird. Erst dann erfolgt der Steuerimpuls!

Bei viel Wind, kann es sein, dass wir mit komplett offenem Traveller und Großschot auf dem tiefen Raumwindkurs ankommen.



* Orientierung zum Wind, Raumwindkurs überprüfen (Windspione 90° zum Boot)
* Vorliekstrecker komplett lösen
* Focktraveller ganz raus (Tell Tales in der Fock müssen immer parallel anliegen) Gewichtstrimm des Vorschoters auf die Leeseite
* Orientierung Boot, Traveller leeseitig Ausreitgurt
* Orientierung zum Wind, Raumwindkurs überprüfen (Windspione 90° zum Boot)
* Orientierung Boot, Großschot optimieren (dritte Latte von unten an der Wante) dabei Orientierung zum Wind, Raumwindkurs überprüfen (Windspione 90° zum Boot)!
* Orientierung Boot, Gewichtstrimm (soweit wie möglich nach vorne)
* Jetzt kann es los gehen!





Der schnellste Weg auf Raumwindkurs nach Lee


1. Böen aussegeln
2. Höhenbögen segeln
3. Wellen aussegeln

Auf diesen drei Ebenen müssen wir arbeiten, um den schnellsten Weg nach Lee zu finden.

Als erstes muss klar sein, dass der tiefer Raumwindkurs(Windspione 90° zum Boot) in Abhängigkeit zur Bootsgeschwindigkeit steht.

Je schneller das Boot ist, desto weiter verschiebt sich der tiefe Raumwindkurs Richtung Vorwind.

Das heißt, auf Raumwindkurs spielt der Fahrtwind (Bootsgeschwindigkeit) in unserem Kräfteparallelogramm die entscheidende Rolle.



Höhenbögen segeln

Betrachtet man die Kräfteparallelogramme vom tiefen Raumwindkurs bis hin zum Amwindkurs, so fällt auf, dass der relative Wind nach Luv hin immer weiter zunimmt.

Warum dies nicht nutzen, da der relative Wind ja auch die Kraft ist, aus der sich der Vortrieb mit ergibt.

Der schnellste Kurs liegt oberhalb des tiefen Raumwindkurses Windspione 90° zum Boot und unterhalb des Halbwindkurses.

Ist das Boot auf tiefen Raumwindkurs (Windspione 90° zum Boot) optimal getrimmt, so verläßt man diesen mit einem leichten Steuerimpuls Richtung Halbwind (Höhenbogen).

Der relative Wind nimmt zu und damit auch die Bootsgeschwindigkeit.

Das ermöglicht es wiederum mehr Tiefe zu segeln, als der ursprünglich gesegelte tiefe Raumwindkurs (Windspione 90° zum Boot)

Nimmt die Bootsgeschwindigkeit wieder ab, setzt der nächste Höhenbogen an, der jedoch durch die höhere Bootsgeschwindigkeit schon unterhalb des ersten tiefen Raumwindkurses (Windspione 90° zum Boot) liegt.


So versucht man mit jedem Höhenbogen mehr Geschwindigkeit zu fahren und damit auch mehr Tiefe.



Böen aussegeln

Fällt auch nur eine minimale Böe ein, nimmt die Bootsgeschwindigkeit im Verhältnis um ein vielfaches zu.

Der relative Wind fällt vorlicher ein, die Windspione gehen von den 90° nach achtern und damit verschiebt sich der tiefer Raumwindkurs weiter nach Lee in Richtung Vorwind.

Ist die Böe vorbei, nimmt die Bootsgeschwindigkeit wieder ab, der relative Wind fällt mit einem Mal achterlicher ein und die Windspione fallen herunter oder wehen nach vorne aus.

Man muss auf den ursprünglich gesegelten tiefen Raumwindkurs zurück steuern.

Daraus ergibt sich eine Schlangenlinie nach Lee. Jede Böe schiebt das Boot durch aussteuern nach Lee.



Wellen aussegeln

Um sich vor einer Welle zu platzieren, muss man sie als erstes überwinden.

Beim Hochfahren wird das Boot abgebremst werden.

Man benötigt also mehr Vortrieb, den wir durch einen Höhenbogen holen.

Das Boot beschleunigt und wir setzen uns vor die Welle.

Das Boot wird durch den Schub der Welle beschleunigt und damit verschiebt sich der tiefe Raumwindkurs (Windspione 90° zum Boot)weiter nach Lee.

Ist die Welle gesurft, und der nächste Wellenrücken erreicht, folgt der nächste Höhenbogen, um in zu überwinden.

Leider wird hier nun das gewohnte Schotenführen / Steuer komplett auf den Kopf gestellt. (Bedenke das Kräfteparallelogramm)

Wellenrücken: Boot wird gebremst - auffieren und anluven

Surfen: Boot beschleunigt - abfallen und dichter holen